Pimmelbingo in der österreichischen Kampfhundepolitik

An das Pimmelbingo in der Politik hat man sich ja nun schon lange gewöhnt. Die Fahne wird einfach nach dem größten Ständer geschwenkt und alle anderen halten mehr oder weniger die Klappe oder haben sowieso nix zu sagen. Man nennt das auch „Klientelpolitik“. Begleitet wird das Ganze von einer ganzen Menge Nepp und Bauernfängerei. Das Übliche, also.

Eine ganz neue Dimension hat allerdings das Thema Hund, also nicht „Tiere“ oder „Tierschutz“ sondern konkret der Hund in der Politik erreicht, ganz besonders in Österreich. Es scheint, als hätten Hundehalter die kritische Masse überschritten, um als entscheidend relevantes Wahlvieh zu agieren.

Während die SPÖ mit Frau Ulli Sima in Wien praktisch das Gegenteil des gegenwärtigen Trends zelebriert, nämlich völlig absurde Gesetze auf den Weg zu bringen, nutzt derweil die rechte Flanke schamlos diese Lücke für die eigenen Zwecke aus. – Das Übliche, also auch hier.

Ausgehend von der These, dass unter den so genannten Kampfhundehaltern viele Menschen mit niedrigem Bildungsstand sind und sie auch sonst eher eine der unteren Gesellschaftsschichten abbilden, sofern man denn hier von Schichten sprechen möchte, statt von „Lagern“ oder „Randgesellschaften“, ist es recht logisch, dass dieser Personenkreis auch recht deckungsgleich mit den Menschen ist, der sich auch rechtem Gedankengut nicht unbedingt verweigert. Beispiele gibt es viele. Was nicht bedeuten soll, dass jeder Listihalter (und nicht jeder Lisithalter ist auch Kampfhundehalter) rechter Gesinnung ist, ihr könnt die Fackeln und Mistgabeln also wieder weglegen.

Aber, einfach ausgedrückt, wer blöd genug ist zu glauben, dass Kampfhunde Kampfschmuser sind, der ist auch blöd genug zu glauben, dass ihnen die Ausländer alles weg nehmen und nicht die Politiker (und die, deren Interessen sie wirklich vertreten), die ihnen das jeden Tag erzählen.

Was liegt also näher, sich diesen Menschen, also den gesamtgesellschaftlich eher uninteressierten Listihaltern, genau dann anzunehmen, wenn sie gerade wieder von den Sozialdemokraten verraten wurden, was übrigens historisch gesehen ständig passiert, praktisch überall. Deutschland ist hierfür auch ein leuchtendes Beispiel.

Für alle anderen, die noch die Fahne im Schrank und den Pimmel in der Hose haben und deren Lieblingsspiel nichts mit Bingo zu tun hat, sei mal wieder erwähnt, dass die ganze Wortklauberei mit Gefährlichkeit, Gefährdung, Kampf, Listen und was man nicht alles noch so in diesem Kontext liest, bis einem die Augen bluten, völlig für die Tonne ist.

Es ist wie es ist: Rassen gibt es deshalb, weil Hunde immer und immer und immer und immer wieder auf bestimmte Eigenschaften selektiert wurden. Eine grobe Übersicht für den interessierten Leser bilden z.B. die FCI-Gruppen, welche man hier findet:

https://de.wikipedia.org/…/Hunderassen_in_der_Systematik_de…

Dies ist im Übrigen keine Wahlwerbung oder Wahlbeeinflussung, es ist mir fast schon scheißegal, was ihr wählt oder ob überhaupt. Die Stammwähler haben uns eh schon alle Gräber geschaufelt (während die Ignoranten zugesehen haben), wir müssen uns noch noch reinlegen. Zu hoffen bleibt, dass es unsere Hunde nicht vor uns tun müssen.

Do swidanija, Genossen.

Abschied

Wer jetzt einen zutiefst theatralischen Text erwartet, in dem es um Regenbogenbrücken, Einhörner und artübergreifende Seelenverwandtschaften geht, wird leider bitter enttäuscht. Zumal, die wenigsten Hunde sind, wenn sie auffällig werden auch gleich reif für die Kiste, Vase oder die vielleicht nicht ganz so romantische Müllverbrennungsanlage.