Gefahren des Stöckchenspiels

Ich hatte das an anderer Stelle schon einmal erwähnt:

Rennt ein Hund einem beweglichen Gegenstand hinterher, ist das im besten Fall eine zufällige, unerwünschte Reaktion auf einen Bewegungsreiz, im schlechteren Fall bereits Hetzen, also ein Teil der Handlungskette einer Jagd auf ein Beutetier.

Die typische Handlungskette ist hierbei, vereinfacht dargestellt, das Suchen (siehe auch Appetenzverhalten = erneutes Suchen an einem bekannten Ort), Verfolgen (Sicht / Fährte, auch Geräusche!), Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, Töten (Schütteln / Reißen) und am Ende das Fressen der Beute.

Das Hetzen eines Gegenstandes ist hierbei KEINESFALLS eine Ersatzhandlung (kein Jagdersatz, keine Auslastung!) zur echten Jagd. Viel mehr wird das Hetzen immer weiter ins Verhaltensschema aufgenommen, weil es sich hierbei um ein so genanntes selbst-belohnendes Verhalten handelt. Der Körper schüttet einen Hormoncocktail aus, welcher den Hund „auf Droge“ setzt, der ihm unmissverständlich klar macht, dass das hier DAS GEILSTE DING schlechthin ist.

Die Folge davon sind im besten Fall Ball-, Stock- oder Spielezeugjunkies – im schlechtesten Fall Hunde, die wahllos jedem Bewegungsreiz hinterherhetzen, der sich bietet. Autos, Jogger, Radfahrer, Mücken, Lichtreflexe… KINDER.

Abgesehen von den Gefahren, die sich also im unteren Video zeigen, ist das Werfen von irgendwelchen Gegenständen KEINE GESUNDE AUSLASTUNG sondern ABSOLUTER BULLSHIT.

Ein Beitrag zum Thema Impulskontrolle und wann man überhaupt und unter welchen Umständen man etwas für den Hund werfen KANN und was das mit Beutefangverhalten zu tun hat, folgen in einem späteren Deckenwolf-Beitrag. – Fürs Erste:

N I X W E R F E N! – N I X! – G A R N I X!

Und bei dieser Gelegenheit: Macht eure Hunde nicht wild auf quietschendes Spielzeug.

Danke.